Worte der Familie
Was wir dir noch sagen wollen
Drei Briefe an Margarete – von ihrer Tochter, ihrem Sohn und ihrer ältesten Enkelin.
Anna, ihre Tochter
Liebe Mama,
du hast mir das Lesen beigebracht, lange bevor ich zur Schule ging – auf deinem Schoß, mit dem Finger unter den Zeilen. Du hast mir beigebracht, dass man Rosen im Herbst zurückschneidet, damit sie im Frühjahr wieder blühen. Ich glaube, du wusstest, dass das auch für Menschen gilt.
Ich vermisse deine Stimme am Telefon, sonntags um zehn. Danke für alles.
Deine Anna
Thomas, ihr Sohn
Liebe Mutter,
du hast nie viele Worte gemacht, aber du warst immer da. Bei jedem Umzug, jeder Prüfung, jedem Kummer stand plötzlich ein Paket vor der Tür: ein Buch, ein Glas Rosenmarmelade, ein Zettel mit drei Sätzen. Die Zettel habe ich alle aufgehoben.
Jetzt schreibe ich dir einen. Er ist etwas länger geworden.
Dein Thomas
Lena, ihre Enkelin
Liebe Oma Grete,
bei dir durfte ich immer ein Buch mehr ausleihen, als erlaubt war. Wir haben im Garten Erdbeeren gegessen und uns Geschichten ausgedacht, und du hast gelacht, bis du husten musstest.
Ich habe deine Ausgabe von „Pippi Langstrumpf“ mitgenommen. Mia liest sie jetzt. Du würdest dich freuen.
Deine Lena

Wenn ihr an mich denkt,
seid nicht traurig.
Erzählt lieber von mir
und traut euch ruhig zu lachen.
Ein Wunsch, den sie uns aufgeschrieben hat